Euthanasie: Fakten und Zahlen
Die Angst geht um, nicht nur bei Herrn Junker, der in seiner Rede gestern im Parlament betonte, dass er im Falle des Dahinscheidens seiner Frau ganz alleine sei, sondern auch in der luxemburgischen Gesellschaft. Die Depenalisierung der aktiven Sterbehilfe scheint vielen den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Kein Wunder, wird doch von Seiten der Euthanasiegegner oft mit den Befürchtungen der Menschen gespielt. Doch ist die Sorge, das Euthanasiegesetz würde zur institutionalisierten Tötungsmaschine mutieren, wirklich gerechtfertigt?
Einen Einblick in die Realität der Praxis, können uns die Berichte der Kontrollkommissionen geben, welche in Belgien und den Niederlanden die Prozesse der aktiven Sterbehilfe überwachen und kontrollieren. Im Folgenden sollen einige wichtige Eckdaten dieser Berichte zusammengefasst und übersichtlich präsentiert werden. Die Interpretation dieser Daten sollte dabei jedem selbst überlassen sein...

Umgerechnet auf die 10.500.000 Einwohner Belgiens, betrafen die Euthanasiefälle 2007 sich somit 0,004714% der Gesamtbevölkerung. Auf die Gesamtzahl von 108.150* Toten gesehen, die 2007 in Belgien ums Leben kamen, beträgt der Anteil der Euthanasiefälle 0,457698%.
Umgerechnet auf die 16.500.000 Einwohner der Niederlande, betrafen die Euthanasiefälle 2007 0,012848% der Gesamtbevölkerung. Auf die Gesamtzahl von 148.500* Toten gesehen, die 2007 in den Niederlanden ums Leben kamen, beträgt der Anteil der Euthanasiefälle 1,427609%.

* n.a. bedeutet "not available", da hier keine konkreten Daten vorlagen
* Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um Verletzungen des legalen Prozesses handelt, nicht um illegale Tötungen, die gegen den Willen des Patienten durchgeführt wurden. Der juristische Gegenstand des Tötungscharakters wird individuell vor Gericht entschieden und liegt mir somit nicht vor.
Belgien (Bericht von 2008):
* Les affections à l’origine des euthanasies ont toutes été, comme l’exige la loi, incurables et graves, sans issue médicale possible. Dans la très large majorité des cas, il s’agit de cancers généralisés ou gravement mutilants chez des patients dont le décès est attendu à brève échéance [...]. D’autres pathologies sont rarement en cause.
* Les souffrances insupportables et inapaisables dont font état les patients sont souvent multiples et concernent généralement à la fois les sphères physique et psychique.
* La majorité des euthanasies ont été pratiquées chez des patients d’âge moyen ; les euthanasies sont peu fréquentes en deçà de 40 ans et au-delà de 80 ans.
* 45% des euthanasies se pratiquent au domicile du patient et 4% en maison de repos et de soins.
* En plus des consultations imposées par la loi, de nombreux médecins et équipes palliatives ont été volontairement consultées ce qui confi rme le sérieux des décisions prises.
Niederlande (Bericht von 2007):
* The number of notifications continues to be a matter of public interest. We have looked at possible reasons for the 10% increase. However, we are unable to draw any firm conclusions, and can only speculate. Since the review committees were set up in late 1998, there have been fairly large fluctuations within the 1,800-2,100 range (from 1,815 in 2003 to 2,123 in 2000). The only conclusion to be drawn at this stage is that the choices made at the end of people’s lives are still in a state of flux.
* In general, the review found that the Act is functioning satisfactorily. The goals of the Act, including greater transparency in euthanasia procedures, are largely being attained.
* In 1,686 cases patients died at home, in 147 cases in hospital, in 82 cases in a nursing home, in 89 cases in a care home and in 116 cases elsewhere (e.g. in a hospice or at the home of a relative).
* The average time that elapsed between the notification being received and the committee’s findings being sent to the physician was 28 days.
Belgien:
https://portal.health.fgov.be/portal/page?_pageid=56,9794439&_dad=portal&_schema=PORTAL
Niederlande:
http://www.euthanasiecommissie.nl/en/review-committees/annualreport/
