Presse Communiqué der ADMD-L

Vor einigen Tagen hatte Dr Bernard Thill in einem offenen Brief den Abgeordneten und früheren Gesundheitsminister Carlo Wagner kritisiert und ihn der Inkompetenz und der Verantwortungslosigkeit („irresponsabilité“) bezichtigt, weil er in einem RTL-Interview gewagt hatte, die Meinung zu vertreten, Euthanasie (aktive Sterbehilfe) sei logische Folge der Palliativmedizin.

Dr Bernard Thill ist bekannt als Pionier der hiesigen Palliativbewegung und von daher gebühren ihm Anerkennung und Dank. Dr Thill ist allerdings auch bekannt als heftiger Gegner jeglicher aktiven Sterbehilfe auf Wunsch des einzelnen Betroffenen. Auch das ist sein Recht, weil kein Arzt - laut luxemburgischem Sterbehilfe-Gesetz - dazu gezwungen werden kann.

Es ist allerdings traurig, wenn ein absolut einseitig argumentierender Arzt, mangels besserer Argumente, einen Abgeordneten und Gesundheitspolitiker, der anderer Meinung ist, als inkompetent und “irresponsabel“ beschimpft.

Konkret : die ADMD-L ist der Meinung, dass aktive Sterbehilfe nicht die logische Folge der Palliativmedizin sein muss, sie kann es allerdings sein für die Menschen, die eine direkte ärztliche Sterbehilfe als erstrebenswerter ansehen als eine tagelange morphium-gesteuerte Einschläferungs- und Dämmerungsschlaf - Strategie.

Die ADMD-L ist der Meinung, dass beide Wege gleich ehrenhaft sind und dass es in einer pluralistischen Gesellschaft allein dem Einzelnen überlassen sein muss, wie er seinen letzten Weg zu gehen gedenkt.

ADMD-L
marthy putz, secétaire