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April 28th

Die ADMD-L feiert ihren ersten großen Sieg im Kampf für das Recht auf ein würdevolles Sterben

Die Generalversammlung der ADMD-L, welche am 24.04.09 stattfand, sollte nicht nur das 20-Jährige Jubiläum, sondern auch die erfolgreiche Legalisierung der Euthanasie in Luxemburg zelebrieren. Dabei stand die Veranstaltung ganz im Zeichen ihres verstorbenen Gründungsvaters Dr. Henri Clees, der sich seit 1988 mit seiner „Association pour le droit de mourir dans la dignité“ für ein selbstbestimmtes Sterben in Würde einsetzte. Leider konnte Dr. Henri Clees die Verwirklichung seines Ziels nicht mehr miterleben. Seit nun 20 Jahren engagiert sich die ADMD-L für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Luxemburg, ein Weg, der mit vielen Hindernissen und Mühen gepflastert ist.

„Nur wenige Nichtregierungsorganisationen haben das Glück ihr Ziel zu erreichen, die ADMD-L ist eine davon“, erklärte Grünenabgeordneter und Vorstandvorsitzender der ADMD-L Jean Huss, der zusammen mit LSAP-Politikerin Lydie Err den langwierigen parlamentarischen Kampf für die Legalisierung der Euthanasie geführt hat. „Dennoch“, fügte Jean Huss hinzu, „sind wir noch lange nicht am Ende unseres Weges angekommen“. So stellt die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe die ADMD-L vor neue Herausforderungen. Nun gelte es eine ernst zu nehmende beratende Funktion zu erfüllen, um die Patienten auf ihrem schwierigen letzten Weg zu begleiten. Auch müsse man in Zukunft Aufklärungsarbeit leisten und ein wachsames Auge auf die Entwicklung und Praktizierung des Gesetzes werfen. Auch sei eine enge Zusammenarbeit mit den Mitgliederorganisationen der Nachbarländer gefordert. Eine weitsichtige Einsicht, denn schließlich sollte das Recht auf die ultimative Freiheit nicht auf die Länder der Benelux-Staaten beschränkt bleiben.

An dieser Stelle ging auch ein besonderer Dank an die anderen Mitglieder des Vorstandes, die seit Jahren durch ihre freiwilliges und mutiges Engagement zu diesem Erfolg beigetragen haben. Zu ihnen gehören ganz besonders Marthy Putz, Etienne Henri und Nico Kohn. Des Weiteren begrüßte der Vorstand drei neue Mitglieder: Madame Caroline Torno, Monsieur Armand Hamling (Réviseurs de comptes) und Madame Monique Lampertz.

Wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist, zeigte der anschließende Gastvortrag der belgischen Vertreter der ADMD und Mitglieder der belgischen COMMISSION FÉDÉRALE DE CONTRÔLE ET D'ÉVALUATION DE L'EUTHANASIE, Jaqueline Herremans und Dr. François Damas. Sie gaben einen interessanten Erfahrungsbericht über die praktische Umsetzung der aktiven Sterbehilfe in Belgien und blickten zurück auf die sieben-jährige Entwicklungsgeschichte des Euthanasie-Gesetzes seit seiner Legalisierung. Die Conférenciers wiesen aber auch darauf hin, dass die Umsetzung des Gesetzes nicht immer leicht sei, schließlich ist das Mitwirken der Ärzte und Spitäler von größter Wichtigkeit. Dabei wurde vor allem betont, dass der Wunsch des Patienten im Einverständnis des Arztes so gut wie möglich respektiert werden müsse.

Insgesamt gesehen, wurde der Dialog auf der Generalversammlung der ADMD-L groß geschrieben. Im Publikum befanden sich nicht nur französische Vertreter der ADMD-Frankreich, sondern auch Vertreter der AMMD (Association des Médecins et Médecins-Dentistes), die mit überlegten Beiträgen die Runde vervollständigt haben. Es wurde deutlich, dass in der zwischenmenschlichen Kommunikation und Zusammenarbeit mit den verschiedenen Interessenvertretungen, die letzte große Freiheit eines Menschen konstruktiv verwirklicht werden kann. Die Generalversammlung der ADMD-L hat gezeigt, dass eine Diskussion ganz ohne Polemik, Vorurteile, Ängste und Feindschaften geführt werden kann in einer freundschaftlich-toleranten Atmosphäre, die diesem wichtigen Thema würdig ist.